Elfriede Jelinek: Kurzbiographie
Elfriede Jelinek wurde am 20. Oktober 1946 geboren. Sie erhielt den Nobelpreis für
Literatur im Jahr 2003. Sie wuchs mit der Mutter auf, weil ihr Vater in einer
psychiatrischen Klinik blieb. Mit 13 musste sie parallel zur Schulbildung Musik
studieren. Später studierte sie neben Musik Theaterwissenschaft und
Kunstgeschichte. Ihr Interesse an Musik wurde dann von ihrem Interesse am
literarischen Schaffen verdrängt. Nach dem Tod ihres Vaters lebte Jelinek
kurzfristig in einer linken Wohngemeinschaft und engagierte sich in der 68er
Studentenbewegung. Das verlieh ihrem Dichten eine deutliche
gesellschaftskritische Tendenz. Ihr dichterisches Talent brachte ihr schon zu
dieser Zeit mehrere Auszeichnungen. 1974 heiratete Jelinek, trat aus der Kirche
aus und trat der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) bei. 1991 trat sie
wieder aus der KPÖ aus und nannte ihre Parteimitgliedschaft „den größten
Fehler ihres Lebens“. In ihren Werken, beispielsweise den Romanen
Die Klavierspielerin und Die Kinder
der Toten, übte sie scharfe Kritik an konservativen Institutionen in Österreich.
Allmählich gab Jelinek die dramatische Mittel wie Dialog, Handlung, Raum, Zeit
und charakterisierbare Figuren auf und ersetzte diese mit mehrstimmigen
parallelen Monologen. Die Aufführungen ihres Theaterstückes Ein Sportstück
(1998) dauerten jeden Abend ganze sechs Stunden.